Natürliches Mineralfutter für Pferde | Vorteile, Wissen & DIY-Rezepte
Natürliches Mineralfutter für Pferde verständlich erklärt: Warum Kräuter, Samen & Algen sinnvoll sind, wie sie wirken und wie Sie Ihr Mineralfutter selbst mischen können.
Du möchtest dein Pferd möglichst naturnah füttern, ohne unnötige Zusatzstoffe, künstliche Aromen oder synthetische Trägerstoffe? Dann bist du nicht allein. Immer mehr Pferdebesitzer entscheiden sich bewusst für natürliche Mineralfutter – und das aus gutem Grund.
Doch was steckt wirklich dahinter? Können Kräuter, Samen, Algen und natürliche Rohstoffe den Mineralstoffbedarf deines Pferdes sinnvoll unterstützen? Und wie kannst du ein natürliches Mineralfutter sogar selbst mischen, ohne ins Blaue hinein zu füttern?
Genau das schauen wir uns jetzt gemeinsam an.
„Natürlich füttern“ – mehr als nur ein Trend
Natürliches Mineralfutter basiert auf dem Gedanken, den Organismus deines Pferdes nicht zu überladen, sondern ihn gezielt zu unterstützen. Statt isolierter, hochdosierter Einzelstoffe setzt man auf:
- Kräuter
- Samen
- Algenprodukte
- natürliche Mineralträger
- sekundäre Pflanzenstoffe
Diese Kombination wirkt ganzheitlich: Sie liefert Mineralstoffe, unterstützt gleichzeitig die Verdauung, den Stoffwechsel und die Nährstoffaufnahme – und passt damit hervorragend zur Physiologie des Pferdes.
Wichtig ist dabei nicht das „Entweder-oder“, sondern das richtige Maß und die passende Zusammensetzung.
Heu ist die Basis – natürliche Mineralfutter bauen darauf auf
Dein Pferd deckt einen Großteil seines Mineralstoffbedarfs bereits über das Grundfutter. Heu liefert vor allem:
- Calcium
- Phosphor
- Magnesium
In vielen Regionen sogar reichlich davon. Natürliche Mineralfutter setzen genau hier an: Sie ergänzen gezielt, statt pauschal alles zu ersetzen.
Besonders sinnvoll sind sie, wenn du:
individuelle Mischungen bevorzugst
möglichst getreidefrei fütterst
empfindliche Pferde hast
auf eine stoffwechsel- und darmfreundliche Fütterung achtest
Kräuter – das Herzstück natürlicher Mineralfutter
Kräuter sind aus natürlichen Mineralfuttern nicht wegzudenken. Und das völlig zu Recht. Ihr größter Schatz liegt in den sekundären Pflanzenstoffen, die dein Pferd in vielerlei Hinsicht unterstützen.
Warum Kräuter so wertvoll sind
Sekundäre Pflanzenstoffe können:
- die Darmflora stabilisieren
- Schleimhäute schützen
- die Mineralstoffaufnahme verbessern
- Leber und Stoffwechsel entlasten
- das Immunsystem regulieren
Einige Beispiele:
- Brennnessel & Löwenzahn → stoffwechselaktivierend, mineralstoffreich
- Hagebutte → antioxidativ, unterstützt Gelenke & Abwehr
- Salbei & Thymian → antimikrobiell, gut für Atemwege & Darm
- Brombeerblätter → stärken die Darmschleimhaut
Kräuter liefern also nicht nur selbst Nährstoffe, sondern sorgen dafür, dass dein Pferd das Vorhandene besser verwerten kann.
Vielfalt statt Einfalt – warum Abwechslung entscheidend ist
In freier Wildbahn würde dein Pferd täglich Dutzende Pflanzenarten aufnehmen: Gräser, Kräuter, Blätter, Rindenbestandteile. Diese Vielfalt fehlt heute oft im Heu.
Natürliche Mineralfutter gleichen das aus, indem sie:
- unterschiedliche Pflanzenarten kombinieren
- verschiedene Mineralträger nutzen
- die mikrobielle Vielfalt im Darm fördern
Je vielfältiger die Fütterung, desto stabiler sind:
- Verdauung
- Immunsystem
- Stoffwechsel
Natürliche Mineralstoffe – was wirklich sinnvoll ist
Samen & Saaten als natürliche Mineralträger
Samen liefern neben Energie auch Mineralstoffe und Spurenelemente:
- Hanfsamen → Zink, Magnesium, hochwertige Fettsäuren
- Leinsamen → Schleimstoffe, Darmgesundheit
- Sesam → Calcium, Spurenelemente
Sie sind keine isolierten Hochdosislieferanten, sondern perfekt geeignet für eine natürliche, moderate Ergänzung.
Algenkalk – gezielt eingesetzt sehr sinnvoll
Algenkalk ist reich an natürlichem Calcium und eignet sich besonders:
- bei calciumarmem Grundfutter
- bei Pferden ohne Getreidefütterung
- zur Pufferung im Magen
Richtig dosiert unterstützt er:
- Knochenstoffwechsel
- Muskelarbeit
- Säure-Basen-Haushalt
Seealgenmehl – natürliche Jodquelle mit Verantwortung
Seealgenmehl (z. B. Ascophyllum nodosum) ist eine der wertvollsten natürlichen Jodquellen. In kleinen Mengen eingesetzt kann es:
- die Schilddrüsenfunktion unterstützen
- Jodmängel natürlich ausgleichen
- Spurenelemente liefern
Hier gilt: weniger ist mehr – dafür gezielt.
