Soja – in der Humanernährung als „Pflanzenprotein“ gefeiert – taucht auch immer häufiger in Pferdefuttermitteln auf.
Doch während der Mensch auf Sojamilch oder Tofu setzen kann, sieht die Lage beim Pferd deutlich kritischer aus.
Ob im Kraftfutter für Sportpferde, in Aufzuchtfuttermitteln oder als Eiweißquelle für laktierende Stuten: Soja wird gern als billiger Proteinlieferant verwendet.
Aber ist es wirklich geeignet für den empfindlichen Pferdedarm?
Hochprotein – aber schwer verdaulich
Nach der Ölgewinnung bleibt bei der Verarbeitung der Sojabohne ein sogenannter Sojaschrot zurück – ein sehr eiweißreiches Nebenprodukt mit bis zu 44 % Rohprotein. Klingt zunächst nach einem wertvollen Nährstoff-Booster, oder?
Doch für den Verdauungstrakt des Pferdes ist das Gegenteil der Fall:
- Soja enthält Mehrfachzucker wie Stachyose und Raffinose,
- die nicht vom Pferdedarm selbst aufgeschlossen werden können,
- sondern von Bakterien im Dickdarm unter Fehlgärung zersetzt werden.
Was dabei entsteht: Gas, Blähungen, Gärprozesse und im schlimmsten Fall Koliken
Soja stört die Darmflora – langfristig
Durch diese Gärprozesse wird das empfindliche mikrobielle Gleichgewicht im Dickdarm gestört. „Gute“ Bakterien werden verdrängt, während ungünstige Keime sich ausbreiten können.
Die Folgen reichen von:
- Blähbauch & Kotwasser
- über Kolikneigung,
- bis hin zu wiederkehrenden Verdauungsproblemen,
selbst bei sonst robusten Pferden.
Hormonell nicht unbedenklich: Phytoöstrogene
Ein oft übersehener Punkt: Sojabohnen enthalten sogenannte Phytoöstrogene – also Pflanzenstoffe, die im Körper eine ähnliche Wirkung wie Östrogene entfalten können.
Diese hormonähnlichen Substanzen können unter anderem:
- den natürlichen Hormonhaushalt beeinflussen,
- sich negativ auf Fruchtbarkeit und Rosseverhalten auswirken,
- und besonders bei stoffwechselsensiblen Pferden (z. B. Cushing, EMS, PSSM) langfristig Störungen fördern.
Warum Soja trotzdem oft gefüttert wird
Trotz all dieser Punkte wird Soja nach wie vor häufig eingesetzt – v. a. in:
- Futtermitteln für Sportpferde (wegen des Eiweißgehalts)
- Zuchtstuten mit erhöhtem Bedarf in Laktation
- Aufzuchtfutter für Fohlen und Jungpferde
- Diätfutter für stoffwechselempfindliche Pferde, weil es „zuckerarm“ ist
Doch hier liegt die Gefahr:
Vor allem bei Fohlen kann Soja massive Verdauungsprobleme bis hin zu Durchfall verursachen.
Und bei Jungpferden in der Entwicklung kann das Übermaß an Eiweiß zu schnellem Muskelwachstum führen, während Sehnen, Knochen und Knorpel nicht hinterherkommen – was das Risiko für Gelenkchips und Fehlstellungen erhöht.
Die bessere Alternative: Bedarfsgerechtes Eiweiß – aus gut verdaulichen Quellen
Und welche Eiweißquellen sind wirklich pferdegerecht?
Wenn du deinem Pferd hochwertiges, natürliches Protein zuführen möchtest – ohne die Risiken von Soja – dann setze kurweise und gezielt auf:
✔️ Esparsette
✔️ Luzerne
✔️ Grünhafer
Diese bekommst du in sehr guter Qualität beim Biohof Elmengrund
💚 Mit Rabattcode: yasi05
Als Ergänzung sind auch:
- Hanfprotein
- Chiaprotein
möglich – besonders bei Aufbauphasen oder bei proteinarmen Grundrationen.
All diese Optionen sind deutlich besser verträglich, unterstützen die Verdauung, und bringen keine hormonellen Nebenwirkungen mit sich.
Soja mag ein kostengünstiger Eiweißlieferant sein – aber pferdegerecht ist es nicht.
Gerade bei sensiblen Pferden oder solchen mit Verdauungsproblemen, Stoffwechselstörungen oder im Wachstum sollte dringend auf eine sojafreie Fütterung geachtet werden.
Wichtig: Immer mit Rationsberechnung arbeiten!
Eiweißüberschuss kann genauso schaden wie Mangel.
Daher: Passe die Eiweißzufuhr immer individuell an dein Pferd an.
➡️ Dafür kannst du unser Rationsberechnungs-Tool nutzen:
Schnell, einfach & ohne komplizierte Tabellen – ideal für Pferdebesitzer.
